Die Einzigartige - BR 1910 DRG   mit Dampfmotor Einzelachsantrieb!

Hier die Lok 19.1001 im Fotoanstrich mit geöffneter Verkleidung, so das die Dampfmotoren gut sichtbar sind!

Im Jahr 1934 ersuchte die DRG, bei verschiedenen Herstellern, Entwürfe für eine Dampflokomotive mit Einzelachsantrieb oder Gruppenantrieb. Die Vorgaben waren zum Beispiel eine Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h, Achsmasse 17,8 t, 20 bar Kesseldruck und Stromlinienverkleidung. Keine der Entwürfe kam jedoch zum Tragen, da sich die Finanzlage der DRG drastisch verschlechterte.

1937 reichte die Firma Henschel einen neuen Vor- schlag ein und das führte zu einer Bestellung dieser Maschine, eine 1'Do1' mit Einzelachsantrieb. Sie sollte am 1. September 1939 zum 40. Geburtstag von Oscar R. Henschel geliefert werden. Es wurde ihr die Fabriknr. 25.000 reserviert. Aufgrund der politischen Lage verzö- gerte sich die Auslieferung der 19.1001 allerdings bis zum 13. Juni 1941.

Mit dieser Art des Antriebs, der bei Dampflokomotiven neu war, sich aber bereits bei ELoks bewärt hatte, wurde ein ganz neuer Weg beschritten. Einer der Vorteile war, das keine Masse (Stangengewicht an den Treibrädern) hin und her bewegt werden muß und somit die Rad-Drehzahlen (Dampflokomotiven 350 U/min) nicht mehr begrenzt waren!

 

Der Dampfmotorantrieb ermöglichte die Antriebskraft auf jeder einzelnen Achse zu übertragen. Dadurch wurden keine Treibstangen mehr benötigt und die Drehzahlen konnten erhöht werden. Dies führte dazu, das nicht mehr der Durchmesser der Treibräder die Geschwindigkeit der Lok bestimmte, sondern die Drehzahl. Bei der Lok 19.1001 (die einzige ihrer Art!) wurde mit einer Drehzahl von 750 Umdrehungen eine Geschwindigkeit von 175 km/h erreicht und das bei einen Treibraddurchmesser von nur 1250 mm. Bei Testfahrten wurde sogar auf 850 Umdrehungen erhöht und damit 200 km/h erreicht.

Wie bei fast jeder Neuentwicklung waren auch bei die- ser Lokomotive Kinderkrankheiten auszumerzen, die aber keine grundlegenden Konstrucktionsfehler waren. So Schleuderte die Lokomotive beim Anfahren, was allerdings hauptsächlich auf die hohe Zuglast zurück zu führen war, da man ihr weit aus mehr zumutet als wofür sie konstruiert wurde.

Ab 1943 wurde die Lok zwischen Berlin und Hamburg vor D-Zügen eingesetzt. Bei einen Bombenangriff am 13.10.1944 in Hamburg wurde die Lok schwer beschä- digt.


Nach Kriegsende wurde die Lokomotive abgetellt in Offensen an der Strecke Göttingen - Bodenfelde entdeckt und die Amerikaner ließen sie bei Henschel in Kassel wieder Instand setzten. Nach der Instandsetztung wurde die 19.1001 sowie auch die Kondenslok 52.2006 nach der USA überführt und auf verschiedenen Ausstellungen gezeigt. Um 1953 wurde die 19.1001 in der USA verschrottet. Eine Überführung nach Deutschland scheiterte an den zu hohen Kosten für die DB.


Hier die Dampfmotoren in der Nahansicht.

Die Lok in ihren Auslieferungszustand 1941.


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